< Zurück zum Blog

IN-Genium Galvano Fonds GmbH & Co. KG - Insolvenz mangels Masse nicht eröffnet

Die Firma IN-GENIUM Galvano Fonds GmbH & Co. KG, Hindenburgstr. 1, 94447 Plattling ist pleite. Ein Antrag der Schuldnerin auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen wurde von dem AG Deggendorf zu dem Az. IN 143/16 mangels Masse abgewiesen. Es kommt daher noch nicht einmal mehr zu der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Die Gesellschaft warb im Internet damit, dass sich Anleger ethisch, sicher und ertragreich an der Vermarktung der schonenden Galvano-Therapie beteiligen könnten. Hierzu wurde eine Beteiligungsmöglichkeit für Einmalanleger und Ratensparer ohne feste Laufzeit geschaffen, nach eigenen Werbeaussagen der Gesellschaft für das gute Gefühl das Richtige zu tun.

Die Galvano-Therapie ist eine nach Luigi Galvani benannte medizinische Behandlungsmethode. Bei dieser wird schwacher Gleichstrom durch den Körper geleitet. Abwandlungen unter Bezeichnungen wie Perkutane-Elektro-Tumor-Therapie, Bio-Elektro-Therapie BET, Organo- und Biotherapie, Elektro-Cancer-Therapie ECT werden seit den 1990er Jahren in der Alternativmedizin gegen Krebserkrankungen angeboten.

Nach Angaben der Plattform Wikipedia.org liegen bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungen oder Studien zur Wirksamkeit der Therapieform vor. Die Kosten der alternativ medizinischen Behandlungsverfahren werden daher auch nicht von den Krankenkassen getragen.

Nun scheint der Ansatz der In-Genium, mit der alternativen Galvano-Therapie Geld für die eigenen Anleger zu erwirtschaften, wohl endgültig gescheitert zu sein. Die dummen sind wieder einmal die Anleger, die in die Kapitalanlage investiert haben. Sie erhalten von der Gesellschaft, die völlig mittellos ist, nun wahrscheinlich nicht einen Cent ihres Gelds zurück.

Weitere Insolvenzanträge stellen die Gesellschaften IN-Genium German Capital Ideas GmbH & Co. KG (Insolvenzantrag mangels Masse vom AG Deggendorf zum Az. IN 188/16 abgewiesen), die IN-GENIUM New Technologie GmbH & Co. KG (Insolvenzantrag mangels Masse vom AG Deggendorf zum Az. IN 187/16 abgewiesen), die IN-GENIUM Venture Capital Fonds GmbH & Co. KG (Insolvenzantrag mangels Masse vom AG Deggendorf zum Az. IN 145/16 abgewiesen) sowie die IN-GENIUM Factoring GmbH & Co. KG (Insolvenzantrag mangels Masse vom AG Deggendorf zum Az. IN 144/16 abgewiesen). Geschäftsführer aller Firmen war Oswald Robert, als Geschäftsführer der jeweiligen Haftungsträgerin Primus Produktmagagement GmbH. Über das Vermögen der Primus Produktmanagement GmbH wurde durch das AG Deggendorf das Insolvenzverfahren zum Az. 2 IN 77/16 eröffnet und der Rechtsanwalt Hanns Pöllmann zum Insolvenzverwalter bestellt.

Betroffene Anleger sollten nun prüfen lassen, ob sie noch Ersatzansprüche gegen Berater / Vermittler geltend machen können. Diese haften nämlich, wenn die Kapitalanlage nicht hinreichend erklärt wurde (keine anlagegerechte Beratung) oder wenn die Kapitalanlage nicht zu den Anlagewünschen des Anlegers passte (keine anlegergerechte Beratung. Der Anleger kann in diesen Fällen die Rückabwicklung und Schadensersatz vom Berater / Vermittler verlangen.

Schadensersatzansprüche aus Falschberatung können wohl auch im Insolvenzverfahren der Primus Produktmanagement GmbH zur Insolvenztabelle angemeldet werden, da die Gesellschaft sich als Komplementärin der In-Genium eine erfolgte Falschberatung nach der Rechtsprechung des BGH zum Az. II ZR 69/12 zurechnen lassen muss.

Rechtsanwalt Dr. Tintemann hatte bereits im August 2013 vor einer Anlage bei der In-Genium Galvano Fonds GmbH & Co. KG gewarnt (Link) und auf Ausstiegsmöglichkeiten wegen Fehlern bei der Widerrufsbelehrung hingewiesen.

- 16. February 2017 :: Dr. Sven Tintemann

Das könnte Sie auch interessieren

Wie geht's weiter?

Nehmen Sie kompetente Rechtsberatung in Anspruch, der Sie vertrauen können!

Rückruftermin vereinbaren