Greensill-Bank Überschuldung - Welche Einlagen sind gefährdet?

Mit dem nun durch das Moratorium der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) endgültig abgeschlossenen Kollaps der Greensill Bank herrscht nun große Sorge unter den Anlegern des Bremer Geldinstituts. Die BaFin hatte der Greensill Bank  Anfang März wegen drohender Überschuldung die weitere Geschäftstätigkeit in Deutschland untersagt.  Obgleich das Schicksal der Kommunen, die ihr Geld in die Bank investiert hatten große mediale Aufmerksamkeit erlangte ist die Zukunft normaler Menschen hier ebenfalls von großem Interesse. Somit lohnt sich ein genauerer Blick auf die Mechanismen, die für institutionelle und private Anleger zur Sicherung von Ansprüchen  bestehen. 

Die Einlagensicherung: Voraussetzungen und Wirkung

Mit dem Erlass der Richtlinien 97/9/EG und 2014/49/EU hat die EU ihre Mitgliedstaaten zur Etablierung von Sicherheitsinstrumenten für Anleger mit einem international bemerkenswert hohem Niveau verpflichtet. Die Ausgestaltung in Deutschland beläuft sich auf folgende Konstruktion:

Grundsätzlich sind Bankeinlagen innerhalb des Geltungsbereiches der Europäischen Union bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt.  Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonten sowie Sparguthaben und Sparbriefe sind von der Einlagensicherung umfasst.

Natürliche Personen (im Gegensatz zu juristischen Personen wie Unternehmen, Kommunen etc.) und einige wenige gesetzlich privilegierte juristische Personen, die ein Konto bei einer Bank hatten sind durch Einlagesicherungen im Fall eines Zusammenbruchs einer Bank geschützt. Einlagesicherungen werden von Einlagesicherungssystemen - obligatorische Kooperationen von unterschiedlichen CRR-Kreditinstituten zu denen sämtliche deutschen Banken gehören - bereitgestellt. Diese Systeme müssen im Verhältnis zu den potenziellen Verbindlichkeiten der beteiligten Banken über hinreichend eigene Finanzmittel verfügen. Die Mittel sind nicht rechtsfähige Sondervermögen, entziehen sich also der unmittelbaren Kontrolle der beteiligten Kreditinstitute.

Falls die BaFin feststellen sollte, dass ein Kreditinstitut nicht im Stande ist ihre aktuellen Einlagen zurückzuzahlen oder fällige Forderungen zu begleichen und sich zu diesem Zeitpunkt keine Anhaltspunkte dafür finden, dass es dazu zukünftig in der Lage sein wird, muss sie den Entschädigungsfall feststellen. Folglich entsteht für die zulässigen Geschädigten ein Anspruch gegen die Einlagesicherungssysteme auf Entschädigungseinrichtung in Höhe von dem saldierten Kontoguthaben, bis zu einem Maximalwert von 100.000 Euro pro Institut und Einleger. Saldiert bedeutet in diesem Kontext, dass der Anleger so zu stellen ist wie er ohne den Zusammenbruch gestanden hätte was auch bedeutet, dass eventuelle Restforderungen der Bank gegen den Kontoinhaber zu verrechnen sind.

Für Anleger, die aus dem Handel mit Wertpapieren verbleibende Verbindlichkeiten gegen ein Institut aufweisen (wie z.B. Dividenden, Ausschüttungen etc.), sind hingegen etwas schwächer abgesichert. Hier werden lediglich 90 % der Gesamtforderung bis hin zu einem Maximalwert von 20.000 Euro zurückgezahlt.

Fazit

Zusammengefasst sind Privatanleger, die einen die einen von der Einlagensicherung umfassten Betrag investiert haben, relativ gut geschützt. Anleger mit größeren Beträgen und juristische Personen befinden sich hingegen in einer prekären Lage. Die aktuelle Rechtslage ist daher darauf angelegt nur eine bestimmte Gruppe zu schützen und ansonsten die normalen Mechanismen laufen zu lassen. Daher ist Anlegern mit höheren Einlagen dringend zu raten, die Anlagesituation anwaltlich prüfen zu lassen.

Nächste Schritte

  1. Nehmen Sie gleich Kontakt auf, um kostenlos eine erste Einschätzung vom Anwalt zu bekommen
  2. Informieren Sie sich mehr zum Thema auf unseren Seiten.
Kostenloses Erstgespräch vereinbaren

Weitere Artikel zum Thema