Pro-IPO Investment und L8 Holdings Ltd. - BaFin Meldung - Verstoß gegen Prospektpflicht?

Die Pro-IPO Investment und die L8 Holdings Ltd. bietet in Deutschland für interessierte Anleger und Investoren Vermögensanlagen in Form von Aktien der L8 Holdings Ltd. öffentlich an. Das öffentliche Angebot von Wertpapieren ohne einen gebilligten Prospekt stellt – sofern keine Ausnahme eingreift – einen Verstoß gegen die Prospektpflicht nach Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung dar.

BaFin Meldung

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach einer BaFin Meldung vom 09.11.2021 Anhaltspunkte dafür, dass die Pro-IPO Investment und die L8 Holdings Ltd. für diese Investmentmöglichkeit gegen die Prospektpflicht verstoßen worden sein könnte..

Entgegen Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung wurde für das öffentliche Angebot der L8 Holdings Ltd. kein Prospekt veröffentlicht. Anhaltspunkte für eine Ausnahme von der Prospektpflicht sind nach Ansicht der BaFin nicht ersichtlich.

In Deutschland dürfen Vermögensanlagen im Grundsatz nicht ohne die Veröffentlichung eines von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuvor gebilligten Verkaufsprospekts öffentlich angeboten werden. Im Rahmen einer solchen Billigung prüft die BaFin, ob der Verkaufsprospekt die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthält und ob der Prospektinhalt verständlich und kohärent (widerspruchsfrei) ist. Sie prüft die Prospektangaben jedoch nicht auf inhaltliche Richtigkeit. Ebenso erfolgt weder eine Überprüfung der Seriosität des Emittenten noch eine Kontrolle des Produkts. Hierauf müssen Emittenten von Vermögensanlagen in ihren Verkaufsprospekten ausdrücklich hinweisen. Die Emittenten haften für die Richtigkeit der im Verkaufsprospekt getätigten Angaben.

Folgen der BaFin Meldung für Anleger

Im Vertrauen auf rechtssicher angebotene Anlageprodukte dürften viele Anleger hier nun verunsichert sein und sich fragen, ob sich für Sie wegen der Folgen der BaFin Meldung nun Ansprüche ergeben. In Zeiten der Niedrigzinspolitik in Deutschland sind Aktieninvestitionen wegen der Renditeerwartung sehr beliebt und gelten als anspruchsvolle Vermögensbildung. Dies gilt insbesondere dann, wenn in unsicheren Zeiten die weitere Entwicklung des Kapitalmarktes nicht wie bisher prognostiziert werden kann. Hier scheint die BaFin also von einer rechtlichen Bewertung des Vertragsmodells der Pro-IPO Investment und die L8 Holdings Ltd. als Vermögensanlage auszugehen.

Es sollte aber beachtet werden, dass nach der Meldung der BaFin vom 09.11.2021 nicht automatisch geklärt ist, ob es sich bei dem Investment Angebot der Pro-IPO Investment und die L8 Holdings Ltd und der Art und Weise des Angebotes ohne einen von der Bafin gebilligten Verkaufsprospekt hier um einen rechtskräftig festgestellten Pflichtenverstoß handelt. Gegen Entscheidungen und Meldungen der BaFin sind Rechtsmittel möglich.

Folge ist nun, dass hier die Anleger viele Fragen haben dürften, zumal die BaFin mit Ihrer Meldung jetzt eine Maschinerie in Gang gesetzt hat. Sollte sich nach etwaig durch die Pro-IPO Investment und die L8 Holdings Ltd. eingelegten Rechtsmitteln bewahrheiten, dass Verstöße gegen die Prospektpflicht vorliegen, dann ergäben sich viele Folge-Fragen, beispielsweise ob und wie eine Beratung vor Abschluss des Anlagevertrages mögliche Risken behandelt hat und ob oder welche Personen für etwaig eingetretene Schäden haften könnten.

AdvoAdvice Rechtsanwälte mbB aus Berlin verfügen aufgrund langjähriger Praxis über eine umfassende Expertise im Bank- und Kapitalmarktrecht und beraten Anleger im Rahmen von Beratungsfehlern und weiteren Pflichtverletzungen seitens Emittenten von Vermögensanlagen.

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