Synergie Inkasso: Negativeintrag durch Schufa nach jahrelangem Auslandsaufenthalt gelöscht.

Die Rechtsanwaltskanzlei AdvoAdvice konnte einem betroffenen Mandanten wegen eines negativen Schufa-Eintrages helfen und erreichte dessen Löschung durch die Schufa Holding AG. Der Negativeintrag war auf eine titulierte Forderung zurückzuführen. Die Hintergründe der Titulierung und des Sachverhaltes gaben jedoch Anlass daran, an der Rechtmäßigkeit des gespeicherten Eintrags zu zweifeln.

Hintergründe des Falles

Der Betroffene verzog bereits im Jahr 2013 ins asiatische Ausland. Zuvor gab es eine Forderung der Löwenzahn Energie, welche nach deren Insolvenz von verschiedenen Inkassounternehmen bzw. Rechtsanwälten geltend gemacht wurde. Die damals zuständigen Rechtsanwälte zeigten Dr. Schulte-Kaubrügger als Insolvenzverwalter der Löwenzahn Energie an, dass der Betroffene ins Ausland verzogen sei. Die zuständige Rechtsanwältin hinterlegte dies jedoch wahrscheinlich nicht richtig in den Akten.

Im Jahr 2015 wurde sodann ein Vollstreckungsbescheid wegen der Forderung beantragt und erlassen. Dieser wurde an einer Adresse zugestellt, unter der zwar eine Person lebt, welche den gleichen Familiennamen des Mandanten trägt, jedoch nicht an den Betroffenen selbst. Dieser lebte vielmehr weiterhin im Ausland und wurde von seinem Verwandten, mit dem kein Kontakt mehr bestand, über den Zustellversuch auch nicht informiert.

Interessanter Weise war die Adresse des Verwandten auch im Schufa-Datenbestand des Betroffenen hinterlegt, sodass die Synergie Inkasso GmbH bis zuletzt davon ausging, dass der Betroffene dort wohnte und anzutreffen war. In der Folge wurde ein negativer Schufa-Eintrag veranlasst, welcher mit Ereignisdatum im Jahr 2017 im Datenbestand des Betroffenen gespeichert wurde.

Löschung des Eintrages

Bereits im Juli wurde die Synergie Inkasso GmbH sowie die Schufa Holding AG durch die Kanzlei AdvoAdvice kontaktiert und zur Löschung bzw. zum Widerruf des Eintrages aufgefordert.

Dabei wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass der Betroffene bereits seit 2013 nicht mehr in Deutschland lebt und ein Vollstreckungsbescheid im Jahr 2017 daher nicht wirksam an ihn zugestellt worden sein konnte. Die zuständige Rechtsanwaltskanzlei bestritt jedoch, dass der Betroffene im Ausland war und ging weiter von einer ordnungsgemäßen Zustellung aus.

Erst durch mehrfachen Schriftverkehr konnte die Angelegenheit letztlich aufgeklärt werden. Dabei war es jedoch nicht die Synergie Inkasso GmbH bzw. die für sie beauftragte Kanzlei WHP Rechtsanwälte, sondern die Schufa Holding AG welche eine Löschung des Eintrages vornahm. Diese Löschung wurde jedoch erst durchgesetzt, als der Betroffene eine Vielzahl an Nachweisen vorlegte, dass er tatsächlich im Ausland gelebt hatte.

Einschätzung durch AdvoAdvice

Rein von der gesetzlichen Ausgangssituation ist es so, dass die eintragende Stelle nachweisen können muss, dass ein Negativeintrag berechtigt ist. Diesen Nachweis konnte die Synergie Inkasso GmbH hier nicht führen, da eine Zustellung eines Vollstreckungsbescheides an den Betroffenen nicht nachgewiesen werden konnte.

Es gibt zwar Stimmen die die Auffassung vertreten, dass alleine das Bestehen eines Vollstreckungsbescheides ausreichend sei, um einen Negativeintrag bei der Schufa Holding AG zu rechtfertigen. Diese Auffassung teilen die Anwälte der Kanzlei AdvoAdvice jedoch nicht, da in der Datenschutzgrundverordnung der Grundsatz gilt, dass eine Datenverarbeitung vorhersehbar sein muss. Dieser Auffassung hat sich erst kürzlich das Landgericht Mainz in einem anderen angeschlossen und dabei zwischen den verschiedenen Arten einer Titulierung unterschieden.

Lebt eine betroffene Person im Ausland und hat eine Titulierung nicht erhalten, kann sie auch mit einer entsprechenden Datenverarbeitung nicht rechnen. In der Folge ist der Schufa-Eintrag daher zur Löschung zu bringen. Es ist erfreulich, dass die Schufa Holding AG die Löschung des Negativeintrags nach Vorlage der entsprechenden Nachweis und damit nach Glaubhaftmachung des Vortrag des Betroffen dann auch vorgenommen hat.

Rechtsanwalt Dr. Raphael Rohrmoser fügte hinzu: “Datenverarbeitungen gewinnen in unserem Wirtschaftssystem immer mehr an Bedeutung. Insofern ist es hilfreich, wenn Unterlagen und Nachweise nicht einfach vernichtet werden, sondern dass man zumindest eine digitale Kopie vorhält. Erst durch den Nachweisen des Betroffenen, dass dieser tatsächlich im Ausland lebte, konnte durch unsere Kanzlei die Löschung des Schufa-Eintrags erreicht werden. Die Nachweise können einem Betroffenen also für den Fall eines späteren Rechtsstreits durchaus behilflich sein.”

Sollten Sie auch Probleme mit einem negativen Schufa-Eintrag haben, können Sie sich gerne an unsere Kanzlei wenden. Unter 030 921 000 40 oder info@advoadvice.de stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Nächste Schritte

  1. Nehmen Sie gleich Kontakt auf, um kostenlos eine erste Einschätzung vom Anwalt zu bekommen
  2. Informieren Sie sich mehr zum Thema auf unseren Seiten.
Kostenloses Erstgespräch vereinbaren

Weitere Artikel zum Thema